Der Schweizer Nationalrat hat entschieden: kiffen bleibt strafbar. Die Gegner einer Freigabe argumentieren, dass unter Hascheinfluss Unfälle passieren können. Was durchaus nicht zu bestreiten ist. Nur verstehe ich jetzt die Logik nicht so ganz: kiffen ist eine Droge und kann Unfälle fördern. Wo bleibt da die Konsequenz bezüglich Alkohol? Weil es wie Tabak eine von der Gesellschaft akzeptierte Droge ist? Das ist wahre Doppelmoral.
Garfield66 - am Dienstag, 15. Juni 2004, 09:11 - Rubrik: think.about
colleen72 meinte am 16. Jun, 09:04:
wie wahr...
Doppelmoral ist das richtige Wort. Hier hat die Politik definitiv ein falsches Zeichen gesetzt, man kann nicht die eine Droge tolerieren und die andere verbieten. Jährlich werden sicher mehr Menschen von besoffenen Rasern zu Tode gefahren als von bekifften, und das Risiko, als Passivraucher an den Folgen der unfreiwillig eingeatmeten Schadstoffen zu sterben ist um ein vielfaches grösser als von einer Hanfpflanze erschlagen zu werden. Ob legal oder illegal, weniger Kiffer wird es wegen dem Entscheid sicher nicht geben. Besonders tragisch finde ich, dass so auch chronisch Kranke (z.B. MS), denen Cannabis nachweislich hilft, an den Rand der Illegalität gedrängt werden.
Ich denke, den Politikern fällt es ziemlich schwer, die Grenze zwischen harmlos-schädlich und schädlich-schädlich zu ziehen, deshalb wohl auch der knappe Abstimmungsentscheid. Dazu kommt, dass Joints irgendwie mit “randständigen Personen” assoziert werden, ungeachtet dessen, dass es den “typischen Konsumenten” nicht gibt. Ich frage mich nun, wie viele der mit “Nein” stimmenden Nationalräten haben wohl in ihrer Jugend genüsslich an einem Joint gezogen und den Reiz des Unerlaubten ausgekostet? Sicher nicht wenige…
Garfield66 antwortete am 16. Jun, 10:01:
das Thema...
...ist zwar nicht zum lachen, aber die Vorstellung, wie wohl jemand von einer Hanfpflanze erschlagen werden könnte, hat mir doch ein Schmunzel entlockt. :-D
colleen72 antwortete am 16. Jun, 10:34:
Jeder Hobbygärtner weiss...
...dass die Dinger beträchtliche Höhe erreichen können. Was wenn eine umkippt? ;-)
gamine meinte am 23. Jun, 17:09:
vor allem da in vielen clubs und öffentlichen plätzen einfach gesoffen und gekifft wird, und es scheint etabliert. da hätte man jetzt doch wirklich mal das gesetz dem leben anpassen können. hauptsache sie fangen nicht wieder an repressiver zu werden. hab grad am sonntag den film: "lücken im gesetz" geschaut. war ganz amüsant.